ADS

Therapie

Im Vordergrund der Therapie steht das Wissen um die Ursachen der Störung: Es handelt sich nicht um einen Erziehungsfehler.

Allgemeine Maßnahmen
Das soziale Umfeld sollte in Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern und sonstigen Betreuern des betroffenen Kindes optimiert werden. Dazu gehört das Vermeiden überfordernder Situationen, die Strukturierung des Alltags, Reduzierung der Freizeitaktivitäten, Vermeiden ablenkender Reize, Arbeiten in kleinen Gruppen und stützende Maßnahmen für die Eltern.

Selbstwertsteigernde Maßnahmen für das Kind haben einen hohen Stellenwert, weil die betroffenen Kinder sehr viel öfter getadelt werden als gesunde und sich deswegen häufig für nicht liebenswert halten. Positive Verstärkung von erwünschtem Verhalten durch Lob und Belohnungen ist für die psychische Entwicklung daher sehr wichtig. Die Stärken des Kindes sollten aktiv gesucht und gefördert werden.

Die Therapie sollte individuell geplant werden. Bei Bedarf kann eine Ergotherapie in Anspruch genommen werden, in deren Rahmen das Kind das Planen und Ausführen von Handlungen übt.

Eine Verhaltenstherapie soll Strategien vermitteln, die es dem Betroffenen ermöglichen, Impulse aufzuschieben und so seine Handlungen zu planen und ungestört durchzuführen. Begleitend sind häufig auch Entspannungsübungen oder eine Musiktherapie hilfreich. Therapien, welche die körperliche Beweglichkeit fördern, verbessern nicht direkt das ADS, können aber über vermehrte Zuwendung das Selbstwertgefühl des Kindes steigern.

Medikamentöse Therapie
Bestimmte Medikamente, die der Störung der Überträgerstoffe im Gehirn entgegenwirken, werden seit vielen Jahren bei Kindern mit ADS eingesetzt und grundsätzlich empfohlen. Allerdings sollten zusätzlich Verhaltenstherapie, Ergotherapie und andere genannte Behandlungsformen durchgeführt werden.

Bewährt hat sich unter anderem Methylphenidat (Ritalin). Die Wirkung dieser Substanz beginnt innerhalb weniger Stunden nach der Einnahme und ist meist deutlich positiv. Das Kind wird entspannter, kann sich besser konzentrieren und kommt im sozialen Umfeld besser zurecht. Da dieses Medikament bei Gesunden euphorisierend wirken kann und daher dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt, wird der Einsatz immer noch sehr emotional diskutiert. Zahlreiche über Jahrzehnte andauernde Studien haben jedoch gezeigt, dass bei Kindern mit ADS keine Suchtgefahr durch die Einnahme dieser und ähnlicher Substanzen besteht, weil diese bei ihnen keine Hochgefühle erzeugen, sondern lediglich die Spannung abbauen. Als Nebenwirkungen werden unter anderem Appetitmangel und Einschlafstörungen beobachtet. Selten reagieren die Kinder zu Beginn der Therapie mit Weinerlichkeit und Kopf- oder Bauchschmerzen. Ticks können durch die Therapie verstärkt, aber auch gebessert werden. In der Regel ist eine zwei- bis dreimalige Einnahme pro Tag erforderlich. Die Dosierung muss individuell und von einem erfahrenen Arzt erarbeitet werden. Die Therapie wird in der Regel über mehrere Jahre durchgeführt. Bei leichteren Formen des ADS kann sie aber auch reduziert werden.


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